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Geschichten über Kinder, Glück und Verantwortung

Eine solche Geschichte ist geeignet, sie Eltern mit einem Glückwunsch zur Geburt ihres Kindes zu überreichen (auf edles Papier gedruckt). Auch kann dies ein Text sein, der als moderne Lesung durch Taufpaten im Taufgottesdienst vorgetragen wird.

1) Das Geheimnis glücklicher Kinder

Erste Frage an den alten Mönch

Ratsuchende Menschen kamen täglich zu dem alten Mönch, der sich oben im Kloster geduldig die Sorgen der Menschen anhörte. Seltsame Antworten gab er auf ihre Fragen und niemals einen konkreten Rat. Dennoch kamen die Menschen immer wieder, manche von weit her.

"Was kann ich tun, dass mein Kind glücklich wird?" rief eine Mutter dem Mönch zu. "Gibt es das Geheimnis glücklicher Kinder?", ergänzte ein Vater. Selten war die Unruhe so groß wie bei diesen Fragen. "Hört!", rief der Mönch, "hört das Klatschen meiner Hände!" Mit lautem Schall schlug er seine Handflächen zusammen. "Und nun", rief er, "nun hört das Klatschen dieser Hand!" Er hob eine Hand. Es bleib still, und alle lauschten gespannt.

"Wenn du ein Kind hast", flüsterte er in die Stille, "wird es glücklich werden; wenn du jedoch keines hast, wirst du es verlieren und Traurigkeit wird einziehen in dein Haus. Das ist das Geheimnis!"

Leise wiederholte eine Frau diese Sätze, um zu verstehen: "Wenn ich ein Kind habe, wird es glücklich sein; wenn ich keines habe, werde ich es verlieren und Traurigkeit wird einziehen in mein Haus." 

Es dauerte eine Weile, bis eine Frau in die Stille sagte: "Als ich gestern mit meinem Kind auf dem Fußboden lag und wir gemeinsam träumten, spürte ich so intensiv wie selten, dass ich ein Kind habe; wir waren uns so nah."

"Wenn wir gemeinsam den Sonnenuntergang betrachten", begann ein Vater, "wenn ich am Abend an seinem Bett sitze und wir auf den Tag zurückblicken", ergänzte ein zweiter, "wenn ich mit ihm lache oder wenn ich den Grund seiner Traurigkeit verstehe und es fest an mich drücke", fügte eine Mutter hinzu, "immer dann weiß ich, dass ich ein Kind habe".

"Immer dann", sagte ein Vater nachdenklich, "wenn ich keine Zeit habe, seine Erfolge mit ihm zu feiern, seine Sorgen zu hören, seine Begeisterung zu teilen, immer dann merke ich, dass mir mein Kind mehr und mehr verloren geht."

Noch lange wurde an diesem Tag miteinander darüber geredet, was es bedeutet, ein Kind zu haben, was das Geheimnis glücklicher Kinder ist und wie man ein Kind gewinnen und verlieren kann.

© Frank Maibaum / Aus "Das Taufbuch", Kiel 2006 - 6. Auflage 2016

 

2) Das größte Geschenk

Zweite Frage an den alten Mönch

Ratsuchende Menschen kamen täglich zu dem alten Mönch, der sich oben im Kloster geduldig die Sorgen der Menschen anhörte. Seltsame Antworten gab er auf ihre Fragen und niemals einen konkreten Rat. Dennoch kamen sie immer wieder, manche von weit her. So war an diesem Tag auch ich in das Kloster gekommen, dem alten Mönch zu begegnen.

Es wurde Zeit für mich, das Kloster wieder zu verlassen. Eine Frage durfte ich ihm noch stellen, dem Mönch, den man Chrysostomos nannte, 'Goldmund' zu Deutsch. Er trug diesen Namen nach einem Heiligen aus dem 4. Jahrhundert, dem man nachsagte, dass jedes Wort aus seinem Mund von tiefer Weisheit geprägt war.

"Das größte Geschenk, das Gott den Menschen gibt", fragte ich, "was ist es?"

"Wasser", sprach er ohne zu zögern. "Wasser ist ein wunderbares Element! Oftmals habe ich absichtlich tagelang nicht getrunken, nur um dann wieder zu spüren, wie gut es tut!"

Während ich noch über seine Worte sann, sprach er weiter: "Brot, wie herrlich ist doch Brot! Seit Kindestagen habe ich immer wieder gefastet, um dann erneut seine Köstlichkeit zu schmecken!"

Ich dankte. Ich war nur Gast auf dem Berg, dem Berg der Mönche, die auf das Schönste verzichten, um es wahrhaft zu erkennen.

"Du fragtest nach dem größten Geschenk?", hörte ich Chrysostomos, als ich schon zur Tür blickte, "ich habe deine Frage noch nicht beantwortet!". Erstaunt wandte ich mich um.

"Das größte Geschenk, das Gott einem Menschen machen kann, ist ein Kind!", sagte er mit einem Ausdruck, der keinen Zweifel offen ließ. "In einem Kind wird Gottes Schöpfungskraft sichtbar und tritt seine Menschlichkeit hervor. Ein Kind ist das Geschenk, das unserem Leben wahrhaft Sinn gibt!"

© Frank Maibaum / Aus "Das Taufbuch", Kiel 2006 - 6. Auflage 2016

3) Zeitlebens verantwortlich

Es war einmal ein kleiner Prinz auf einem fernen Planeten. Dieser Planet war sehr klein, nicht größer als unsere Kirche hier. Der kleine Prinz lebte dort allein. Na ja, nicht ganz allein, denn dort wuchs eine Rose, eine einzige Rose.

Der Prinz liebte seine Rose über Alles. Wenn sie traurig war, tröstete er sie; wenn der Wind gegen die Blüte blies, umschloss er sie mit seinen Händen; wenn eine Raupe an den Blättern nagen wollte, stülpte er ein schützendes Glas über sie.

Eines Tages musste der Prinz seine Rose für kurze Zeit allein lassen, denn er flog zur Erde. Er landete mitten in einem Rosenfeld. Er sah die vielen Rosen und wurde sehr traurig. "Ich dachte, es gäbe nur eine Rose im ganzen Universum," sagte er, "meine Rose. Ich dachte sie sei etwas Besonderes. Doch es gibt so viele, und sie sind alle gleich schön. Ich weiß nun gar nicht mehr, warum ich meine Rose liebe."

In diesem Moment erschien ein Fuchs. "Wer bist du?", sagte der kleine Prinz. "Ich bin ein Fuchs", sagte der Fuchs. "Komm, spiel mit mir", schlug der kleine Prinz vor. "Ich kann nicht mit dir spielen", sagte der Fuchs, "ich bin noch nicht gezähmt! Zähmen bedeutet‚ sich vertraut zu machen. Noch bin ich für dich nur irgendein Fuchs, doch wenn du mich zähmst, bin ich einzigartig für dich."

Also machte sich der kleine Prinz mit dem Fuchs vertraut. Sie blieben einige Zeit zusammen. Als die Zeit des Abschieds kam, sagte der Fuchs: "Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, dass die deine die einzige ist." Der kleine Prinz ging, zu den Rosen. Da viel es ihm auf!

"Ihr seid gar nicht wie meine Rose," sagte er zu ihnen. "Ihr seid wie mein Fuchs war. Er war nur ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er der einzige in der Welt. Ihr seid schön, aber ihr seid leer," sagte er noch. "Meine Rose habe ich begossen. Ich habe sie unter den Glassturz gestellt, sie beschützt, sie von Raupen befreit. Ich habe sie klagen und rühmen gehört und manchmal schweigen. Das ist meine Rose; sie ist die einzige."

Der kleine Prinz kam zum Fuchs zurück. "Nun wirst du das Geheimnis verstehen," sagte der Fuchs, "das ich dir mitgebe; es ist ganz einfach:

Man sieht nur mit dem Herzen gut; alles Wesentliche ist für das Auge unsichtbar."

Der kleine Prinz wiederholte, um es sich zu merken: "Alles Wesentliche ist für das Auge unsichtbar."

"Und da ist noch etwas", sagte der Fuchs, "die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, aber du darfst nie vergessen:

Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich."

"Ich bin für meine Rose verantwortlich", wiederholte der Prinz, um es sich zu merken.

© Frank Maibaum / Aus "Das Taufbuch", Kiel 2006 - 6. Auflage 2016

 

4) Kinder verändern die Welt

Da war einmal ein wunderschöner Garten. Allerdings gehörte er einem Riesen. Doch zum Glück war der Riese schon lange nicht mehr daheim gewesen. Niemand hatte ihn die letzten sieben Jahre gesehen. So wagten die Kinder im Garten zu spielen. Jeden Tag nach der Schule schlüpften sie durch ein Lock im Zaun.

Doch eines Tages stand der Riese plötzlich im Garten. "Was tut ihr hier?", brüllte er. Die Kinder flüchteten und trauten sich nicht wieder zurück. Eine Mauer baute der Riese um seinen Garten und ein Schild stellte er auf mit der Aufschrift: "Unbefugtes Betreten dieses Grundstückes ist bei Strafe verboten!" Er war eben ein sehr egoistischer Riese.

Es wurde Frühling. Doch im Garten des egoistischen Riesen blieb es Winter. Einmal steckte eine schöne Blume das Blütenköpfchen aus dem Schnee; doch als sie das Schild sah, verschwand sie wieder. Es wurde Sommer. Im Garten des Riesen blieb es Winter. Es wurde Herbst. Im Garten des Riesen tobten weiterhin Hagel, Frost und Schnee. Traurig blieb der Riese nur noch in seinem Bett liegen.

Eines Morgens hörte er durch sein Fenster wunderbare Musik klingen. Es war ein kleiner Vogel, der im Garten sang. Der Riese stieg aus seinem Bett, schaute aus dem Fenster. Es war Frühling geworden. Wie das? Kinder sah er im Garten. Sie waren durch ein Loch in der Mauer hereingekrochen. Sie hatten den Frühling mitgebracht.

"Welch ein herrlicher Anblick", flüsterte der Riese gerührt, "Jetzt weiß ich, warum der Frühling nie mehr kam." Doch da, in einer Ecke des Gartens herrschte noch der bitterkalte Winter. Der Riese sah einen traurigen Jungen, der vergeblich versuchte, auf einen Baum zu steigen. Er war zu klein und weinte.

Der Riese ging hinunter, nahm den kleinen Jungen auf seine Hand und setzte ihn auf den Baum. In diesem Augenblick begann der Baum zu blühen und die Vögel sangen. Der Junge breitete die Arme aus und küsste den Riesen. Es war Frühling geworden.

© Frank Maibaum / Aus "Das Taufbuch", Kiel 2006 - 6. Auflage 2016

 

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