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Texte, die zu jeder Taufe gehören

Auf dieser Seite sind die Texte, die unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Taufgottesdienstes sind. Ob im evangelischen oder katholischen Taufgottesdienst und in der Heiligen Messe zur Taufe, diese Texte sind jedenfalls dabei.

Der biblische Taufbefehl

Das Vaterunser

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Evangelium von der Kindersegnung

Der Taufbefehl (Missionsbefehl) Jesu

Der biblische Taufbefehl wird in jedem Taufgottesdienst von den Geistlichen gelesen. Wir finden diesen Text im Matthäusevangelium, Kapitel 28, Verse 18 - 20. Hier der Text in der ökumenischen Einheitsübersetzung:

18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. 19 Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28, 18-20)

Theologisch gesehen ist der Taufbefehl (auch Missionsbefehl genannt) die Begründung für das Sakrament der Taufe. Das heißt: Auf diese Sätze berufen wir Christen uns, wenn wir Kinder taufen. Jesus selbst hat zur Taufe aufgerufen. Es sind die letzten Worte, die der auferstandene Jesus zu seinen Jüngern sprach, bevor er sie am Himmelfahrtstag verlässt.

Das Vaterunser

Das Gebet des Herren / Das Gebet der Christenheit

Das Vaterunser ist "Das Gebet der Christenheit". Jesus selbst formulierte es, als man ihn fragte, wie man denn sinnvoll beten könne. Es steht im 6. Kapitel des Matthäusevangeliums (also im Neuen Testament):

Vater unser im Himmel, / geheiligt werde dein Name, / Dein Reich komme. / Dein Wille geschehe, / wie im Himmel so auf Erden. / Unser täglich Brot gib uns heute. / Und vergib uns unsere Schuld, / wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. / Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern erlöse uns von dem Bösen. / Denn dein ist das Reich und die Kraft / und die Herrlichkeit in Ewigkeit. / Amen.

In jedem christlichen Gottesdienst wird das Vater Unser gebetet. So verbindet es uns mit den Christen aller Zeiten und aller Länder. Es fehlt natürlich auch im Taufgottesdienst nicht:

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Das Apostolikum ist eines der großen, bedeutenden christlichen Glaubensbekenntnisse. Der theologische Fachbegriff für ein Glaubensbekenntnis ist Credo; dieses lateinische Wort bedeutet: Ich glaube. Das Apostolische Glaubensbekenntnisse gehört zum festen Ablauf der meisten christlichen Gottesdienste. Bei der Taufe darf dieses Bekenntnis nicht fehlen:

Ich glaube an Gott, den Vater, / den Allmächtigen, / den Schöpfer des Himmels und der Erde, // und an Jesus Christus, / seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den Heiligen Geist, / geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, / gekreuzigt, gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, / am dritten Tage auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; / er sitzt zur rechten Gottes, / des allmächtigen Vaters; / von dort wird er kommen, / zu richten die Lebenden und die Toten. // Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige (christliche*) (katholische**) Kirche, / Gemeinschaft der Heiligen, / Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben. / Amen.  * die evangelische Fassung lautet "christliche Kirche" / ** die katholische Fassung lautet "katholische Kirche"

Paten und Eltern sprechen es bei der Taufe gemeinsam mit der Gemeinde. Früher mussten es die Täuflinge (wenn sie alt genug waren) bzw. die Taufpaten (bei der Säuglingstaufe) vor der Gemeinde aufsagen. Heute spricht es die versammelte Taufgemeinde gemeinsam. Ein Credo ist kein Gebet, das man zu Gott spricht, sondern ein Bekenntnis, das man vor den anderen Menschen ablegt. Daher faltet man dabei eigentlich nicht die Hände zum Gebet. Die Entstehung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ist unbekannt. Eine alte Legende erzählt, dass die zwölf Apostel (Jünger) Jesu es gemeinsam formuliert haben und jeder von ihnen eine Aussage beisteuerte. Daher hat es seinen Namen: Apostolisches Glaubensbekenntnis (= das Bekenntnis der Apostel).

Das Evangelium von der Kindersegnung

Das Evangelium von der "Segnung der Kinder" ist das traditionelle Taufevangelium. Es steht im Neuen Testament, beim Evangelisten Markus, im 10 Kapitel, die Verse 13-16:

13 Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. /14 Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. 15 Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. 16 Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.

Jesus mit ca. 30 Jahren von Johannes dem Täufer getauft. In der frühen Christenheit taufte man keine Kinder. Menschen wurden erst getauft, wenn sie selbst die Taufe erbitten konnten, und damit zeigten, dass sie Ihr Leben neu beginnen wollten. Taufe war das Sakrament der "Umkehr". Die Säuglingstaufe war daher zunächst umstritten, auch weil sie in der Bibel nicht vorkommt. Doch im "Evangelium von der Kindersegnung" ruft Jesus " Lasset die Kinder zu mir kommen; wehret ihnen nicht!" und er herzt und segnet die Kinder. Das kann man als biblische Begründung für die Kindtaufe sehen. Statt es zu lesen, kann das Kinderevangelium als Nacherzählung vorgetragen werden.

 

Wer spricht diese Texte im Taufgottesdienst?

Diese Texte sind unverzichtbarer Teil der Taufliturgie, sie fehlen bei keiner Taufe. Den Taufbefehl und das Kinderevangelium lesen die Geistlichen oder Lektoren. Das Vaterunser und das Apostolische Glaubensbekenntnis werden von der gesamten Taufgesellschaft (Gemeinde) gemeinsam gesprochen.

 

Text vorher üben

Vielleicht werden Ihnen das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis in der Kirche schriftlich vorliegen - doch darauf können Sie sich nicht verlassen. Nutzen Sie doch die Gelegenheit, das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis "aufzufrischen" (Sie haben es sicherlich als Kind / Jugendlicher gelernt). Das kann Ihre geistliche Vorbereitung auf die Tauffeier sein. Wenn Taufpaten oder Großeltern die Bibelverse von der Segnung der Kinder im Taufgottesdienst lesen oder erzählen, so sollten sie unsere Ratschläge für Lektoren berücksichtigen

 

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