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So läuft die Taufe ab

Viele Menschen meinen, durch die Taufe wird man katholisch oder evangelisch. Nein, durch die Taufe wird man Christ. Es gibt keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen einer Taufe in der katholischen und der evangelischen Kirche. Ist ein Kind in der katholischen Kirche getauft, so wird dies in der evangelischen Kirche anerkannt - und umgekehrt.

Wie ist der Taufablauf?
Evangelische und katholische Taufe

Der Ablauf der christlichen Taufe

Verlauf der Taufe in der katholischen sowie evangelischen Kirche.

Jeder christliche Gottesdienst hat vier große Abschnitte: Eröffnung / Verkündigung / Sakrament / Sendung - Segen. Auch der Taufgottesdienst besteht aus diesen vier Abschnitten. Der dritte Abschnitt (Sakrament) ist die Taufhandlung.

Erster Abschnitt: Eröffnung

Dieser erste Teil heißt auch "Eröffnung und Anrufung". "Eröffnung" ist die Begrüßung - in der "Anrufung" wendet man sich mit einem Gebet und Lied an Gott. Dieser Abschnitt des Taufgottesdienstes wird von den Geistlichen (Pfarrer / Pfarrerin / Pastor / Diakon) gestaltet.

Zweiter Abschnitt: Verkündigung

Mit Lesungen und der Predigt (Homilie) wird den Anwesenden die Liebe Gottes zu den Menschen verkündet. Die Gemeinde (Taufgesellschaft) antwortet darauf mit einem Lied (und in der katholischen Kirche auch mit den Fürbitten). Das Fürbittengebet drückt aus: Weil Gott uns liebt, wollen wir auch in Liebe an unsere Mitmenschen denken. Mindestens ein biblischer Text wird gelesen; zudem kann ein nichtbiblischer Text (Gedicht / Geschichte) vorgetragen werden. An dieser nichtbiblischen Lesung und an den Fürbitten können sich Angehörige der Taufgesellschaft beteiligen.

Dritter Abschnitt: Die Taufe

Nun begibt sich die Taufgesellschaft (Eltern mit Täufling / ggf. Geschwister / Großeltern / Paten) an das Taufbecken. Der Kern der Taufhandlung ist in der evangelischen und katholischen Kirche gleich. Der biblische Taufbefehl, das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Übergießen des Täuflings mit Taufwasser machen die christliche Taufe aus - sie sind in beiden Konfessionen gleich.

Hinzu kommen symbolische Handlungen (Zeichenhandlungen). Diese "erkkärenden Riten" sind bei Taufen in der katholischen Kirche fester Bestandteil. In der evangelischen Kirche haben sie weniger Bedeutung und werden nur zum Teil genutzt. Daher gibt es bei den Protestanden den Effata-Ritus kaum und in einigen Regionen auch nicht den Brauch der Taufkerze.

Vierter Abschnitt: Sendung & Segen

Den konkreten Ablauf bei Ihnen vor Ort und die Gestaltung des Taufgottesdienstes besprechen Sie mit Ihren Geistlichen. Ich kann hier nur einen allgemeinen Überblick über die die einzelnen Elemente und eine mögliche Zusammenstellung der "evangelischen" und "katholischen" Taufe geben.

Weiter: Unterschiede im Taufablauf der katholischen und evangelischen Kirche

Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Taufe in der protestantischen und der katholischen Kirche

Die Taufe in der evangelischen Kirche und der katholischen Kirche unterscheiden sich kaum voneinander! Der Grund dafür ist: Die christlichen Kirchen haben sich verpflichtet, die Taufe gegenseitig anzuerkennen und sich auf einen gemeinsamen Taufablauf geeinigt. Die Unterscheidung zwischen "evangelischer Taufe" und "katholischer Taufe" gehört der Vergangenheit an.

Die Taufe ist das Sakrament der christlichen Einheit.

Die Taufe ist nicht entweder katholisch oder evangelisch - sie ist immer "nur" christlich. Sie wird gegenseitig anerkannt und beim Wechsel der Konfession nicht wiederholt. Wenn man vom evangelischen Glauben zum katholischen wechselt (oder umgekehrt) wird also nicht "umgetauft", wie irrtümlich oft noch geglaubt wird. Es gibt keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen einer Taufe in der katholischen und den protestantischen Kirchen.

Diese drei Elemente machen einheitlich die christliche Taufe aus.

Drei Bestandteile sind unverzichtbar - in der katholischen wie auch protestantischen Kirche:

Und doch gibt es erkennbare Unterschiede in den Taufhandlungen!

Es gibt zwischen den christlichen Konfessionen allgemein Unterschiede bezüglich des Umgangs mit Zeichenhandlungen, also symbolischen Handlungen. Das sind "nur" erklärende Handlungen; man könnte diese Symbolhandlungen also weglassen; die Kraft der Taufe würde darunter nicht leiden. Doch diese zeichenhaften Handlungen bereichern die Zeremonie und vertiefen das Verständnis. Das sind Riten wie das Entzünden der Taufkerze an der Osterkerze, die Chrisam-Salbung oder der Effata-Ritus.

Evangelische Geistliche vernachlässigen erklärende, symbolische Handlungen eher. Zwar haben die Reformatoren (wie Martin Luther) diese Zeichenhandlungen nie abgeschafft, doch ihnen weniger Bedeutung zugemessen. Das "Wort" sollte im Mittelpunkt stehen. Die Taufkerze oder das Anziehen bzw. Überlegen des Taufkleides sind daher nicht überall Brauch, jedoch überall möglich.

 

Nennen Sie Ihre Wünsche bezüglich der Gestaltung des Taufablaufes!

Aufgrund der Gewichtung von Symbolhandlungen ist die Taufzeremonie in der katholischen Kirche also in der Regel vielfältiger. Insbesondere bei "evangelischen Taufen" liegt die konkrete Ausgestaltung der Tauffeier aber auch an der Person der Geistlichen und hängt auch davon ab, was in der jeweiligen Region üblich ist. Ob die Taufe in einem gesonderten Gottesdienst gefeiert wird oder Teil des Gemeindegottesdienstes ist, bestimmt den Ablauf auch mit.

Wenn Sie Wünsche bezüglich der Ausgestaltung haben, so nennen Sie diese dem Pastor bzw. der Pastorin schon beim Taufgespräch / Vorbereitungsgespräch bzw. Taufseminar.