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Was ist ein Fürbittgebet?

Fürbitten sind Bitten, mit denen man sich im Gebet an Gott wendet. Der Unterschied zu einem üblichen Bittgebet ist, dass man mit dem Fürbittgebet nicht in erster Linie für sich selbst bittet, sondern für andere Menschen. Man Betet also für Menschen, die uns besonders am Herzen liegen.

Wofür bittet man mit den Tauffürbitten

Das Wohl von Kindern liegt Christen besonders am Herzen. Bei den Tauf-Fürbitten bittet man in erster Linie für das Wohlergehen des getauften Kindes bzw. der getauften Kinder. Von hier zieht man Kreise: Wir beten in weiteren Bitten für die Eltern des Taufkindes, für Geschwister und Großeltern, für die Stadt und das Land und schließlich für unsere Welt, in der das Kind aufwächst. So entsteht aus einzelnen Gebetsanliegen ein umfassendes Fürbittengebet.

Wie findet man die passenden Formulierungen für Fürbitten?

Wählen Sie aus den Texten, die ich Ihnen auf der Seite "Einzelne Fürbitten" vorschlage Ihre persönlichen Gebetsanliegen aus oder lassen Sie sich dadurch zu eigenen Fürbitten-Formulierungen anregen.

 

Das sollten Sie beim Formulieren der Fürbitten bedenken!

Was gehört in ein Fürbittengebet?

Anrede und Abschluss des Gebetes

Wenn man einem Menschen begegnet, begrüßt man ihn und man verabschiedet sich. Da ein Gebet eine Begegnung mit Gott ist, eröffnet man die Fürbitten mit einer Begrüßung und beendet sie mit einer Verabschiedung.

Eingeleitet werden Fürbitten also mit der Begrüßung. Das ist die Anrede an Gott wie: "Großer Gott" / "Herr im Himmel" / "Allmächtiger Gott" / "Vater im Himmel"

Anreden können während des Gebetes mehrfach gesprochen werden. Wie jedes Gebet wird auch das Fürbittgebet abgeschlossen mit dem "Amen". Das Amen spricht eigentlich nicht die betende Person allein - die gesamte Gästeschar beendet damit das Gebet, das laut vorgesprochen wurde.

 

Der Inhalt der Fürbitten im Taufgottesdienst

Zwischen der Anrede (wie "Gütiger Gott") und dem Abschluss (Amen) werden die einzelnen Fürbitten (Gebetsanliegen) ausgesprochen.

Man beginnt bei dem, was einem gerade besonders am Herzen liegt, also beim gerade getauften Kind. Das sind Bitten wie diese: Wir bitten, begleite Du den Lebensweg unseres Kindes. / Schicke deine Engel, um es jederzeit zu beschützen.

Dann erweitert man das Gebet und bittet für Eltern, Großeltern, Familie: Wir bitten: / Schenke Eltern und Paten die Kraft, immer da zu sein, wenn sie gebraucht werden. / Dass sie sich der Verantwortung für ihr Kind stets bewusst bleiben / Dass sie ihm so viel Halt geben wie nötig und soviel Ermutigung wie möglich.

Gibt es in der Familie Menschen, die Ihr Gebet besonders brauchen? Ist z.B. jemand fern der Heimat, krank, traurig oder in Trauer? Dann kann ein solcher Abschnitt gebetet werden: Wir sind mit unserem Mitgefühl bei den Kranken, Traurigen und Trauernden. Sei du ihnen heilend nahe. In Liebe verbunden sind wir auch mit denen, die nicht mehr bei uns sind, die vorangingen in deine Ewigkeit. Lass sie bei dir eine Heimat haben. Amen.

Wenn gerade Schreckensmeldungen um die Welt gehen, so berücksichtigen Sie auch aktuell die betroffenen Opfer. Ein solcher Abschnitt kann so lauten: Wir haben in den Medien die Bilder der schrecklichen Naturkatastrophe gesehen. / Wir bitten, sei Du den Menschen nahe, die leiden / gib denen Kraft, die unermüdlich helfen.

Wenn Weltpolitische Ereignisse bedrücken, wenn Berichte über Krieg und Terror die Menschen bewegen, so sollte dies in den Fürbitten nicht unberücksichtigt beleiben: Für die Mächtigen dieser Welt bitten wir, dass sie das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Schwäche du Machtstreben, Egoismus, Argwohn und Missgunst, damit die Menschen zueinander finden und überflüssige Grenzen fallen. Eröffne Wege des Frieden und der Versöhnung.

Als Christen sind wir überzeugt, dass Gott unsere Bitten erhört. Er wird sie auf seine Weise erfüllen. Schon zu biblischen Zeiten wurde für Kranke, Gefangene, die Regierenden, Apostel und Märtyrer, ja für alle Menschen, die der Fürbitte bedürfen, gebetet. Selbst Feinde und Verfolger ließ man nicht aus.

 

An den „Namenspatron“ denken

In der katholischen Kirche beginnen die Tauffürbitten mit einer „Anrufung der Heiligen“, nicht so in der evangelischen Kirche. Martin Luther hat die Heiligen nicht abgeschafft, wehrte sich aber dagegen, dass ihre Bedeutung zu groß wurde und die Anbetung Gottes dabei zu gering. Die beiden Konfessionen sind sich (mittlerweile) in dieser Einschätzung einig. Die folgende Anregung kann also auch für Taufen in der evangelischen Kirche gelten:

Was bedeutet der Name Ihres Kindes?

Beschäftigen Sie sich mit dem Namen Ihres Kindes. Jeder Name hat eine Bedeutung und es gibt einen Namenspatron bzw. bedeutende Persönlichkeiten mit diesem Namen. Welche guten Eigenschaften werden dem Patron nachgesagt? Welche besonderen Merkmale haben andere besondere Menschen der Christenheit, die diesen Namen tragen?

Beten Sie, dass etwas von der Kraft bedeutender Menschen, mit denen Ihr Kind den Namen teilt, auch in ihm wirksam wird. Haben Sie solche Gedanken erst einmal im Gebet festgehalten, dann vergessen Sie später nicht so leicht, Ihrem Liebling von diesen Menschen zu erzählen.

 

Das Vaterunser im Taufgottesdienst

In der katholischen sowie der evangelischen Kirche wird natürlich noch das Vaterunser gebetet. Es ist das Gebet der Christenheit, mit dem Jesus uns das Beten lehrte, wie wir dem Matthäusevangelium entnehmen können. Selten wird das Vaterunser im Ablauf der Taufe schon vor dem eigentlichen Taufritus gebetet, da das Kind nun erst (und mit ihm Eltern und Paten) Gott seinen „Vater“ nennen kann. Das Vaterunser kann mit einem „Augenblick der Stille“ eingeleitet werden, in dem jeder seine ganz persönlichen Bitten vor Gott trägt.

 

Gestaltungsvorschlag zum Vaterunser

Es ist überliefert, dass in der frühen Christenheit dem Vaterunser ein „Friedenskuss“ oder zumindest eine Umarmung der Mitfeiernden folgte. Aus dem „Kuss“ wurde im Lauf der Zeit ein „Händereichen“. Möchte man nun diese aussagekräftige, verbindende Geste zeigen, so kann das gesamte Vaterunser gebetet werden, indem sich alle Gäste an den Händen fassen und zu einer Menschenkette verbinden bzw. sich gegenseitig die Hände auf die Schulter legen. Diese Handlung ist Ausdruck der Freude, der Gemeinschaft. Ein „Friedenswunsch“ ist sie auch und eine Geste der Versöhnung. So entspricht sie der fünften Vaterunserbitte: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben …“

Mehr gute Wünsche / Fürbitten / Segenstexte

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