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Eine christliche Taufe geht nicht ohne Texte aus der Bibel!Die Geistlichen werden biblische Lesungen aussuchen und selbst vortragen. Dies gilt insbesondere für die Evangeliumslesung. Doch oftmals gibt es auch die Möglichkeit, dass Taufpaten, Verwandte (z.B. die Großeltern) oder andere Personen zusätzlich eine Geschichte vorlesen. Für solche Lesungstexte mache ich hier Vorschläge. Lesen Sie auch, was Sie als "Lektor" bzw. "Lektorin" bedenken sollten. (Lektor = Leser ist der kirchliche Begriff für Menschen, die etwas im Gottesdienst vorlesen.) > Das sollten Sie bedenken - wenn Sie in der Kirche etwas vorlesen > "Aus dem Wasser gezogen!" - Die Geschichte des kleinen Moses nacherzählt > "Jesus segnet die Kinder" - Die bekannte Stelle aus dem Neuen Testament neu erzählt
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Das sollte man beim Vorlesen eines Textes in der Kirche bedenken!Überlegen Sie also, ob jemand aus Ihrem Freundes-, Bekannten- oder Verwandtenkreis einen biblischen Abschnitt in der Taufkirche oder bei der anschließenden Feier lesen mag. Durch diese Beteiligung erhält die Taufe eine ganz persönliche Note. Durch Mitwirkung wird die Taufe zum Fest! Die Priester, Pastoren oder Pfarrerinnen können alle Lesungen natürlich selbst vortragen. Doch viel schöner ist es, wenn Personen aus der Taufgesellschaft sich daran beteiligen. Es ist bei Gottesdiensten und kirchlichen Messen wie bei jeder Feier: Ein unvergessliches Fest wird es erst, wenn die Menschen aktiv mitmachen. Lassen Sie die Geistlichen also nicht allein wirken. Zumeist gibt es in den Kirchen feste Lektoren, deren ehrenamtliche Tätigkeit das Lesen von Bibeltexten in den Gottesdiensten und Heiligen Messen ist. Doch bei der Taufe können Sie (also jemand auf Ihrer Gästeschar) diese Aufgabe sicherlich übernehmen.
Als Lektor beachten Sie diese Punkte bitte! Wählen Sie frühzeitig mit dem zuständigen Pfarrer bzw. der Pfarrerin den Lesungstext aus. Lassen Sie sich zeigen, an welcher Stelle im Verlauf des Gottesdienstes bzw. der messe der Text stehen soll. Klären Sie folgende Fragen: An welcher Stelle in der Kirche soll ich beim Lesen stehen? Lese ich vom Pult oder stehe ich vor dem Altar? Werde ich durch das Mikrophon sprechen? Wie nah muss ich an das Mikrophon? Muss ich die Höhe des Mikrophons verstellen? Wie laut muss ich sprechen, damit man mich auch hinten versteht? Doch machen Sie sich nicht "verrückt"! Ihr Vortrag muss es nicht perfekt sein - ein Gottesdienst ist keine Theatervorstellung. Aber die technischen und akustischen Bedingungen müssen schon stimmen. Es ist zu schade, wenn der Text nicht gehört und verstanden wird und nur "vorbei rauscht". So wird Ihr "Auftritt" gelingen! Üben Sie den Text daheim. Sprechen Sie langsam. Machen Sie nach jedem Satz eine Zäsur, damit die Zuhörenden Zeit haben, den Inhalt vor ihrem geistigen Auge zu sehen. Lesen Sie ihn einer kritischen Person vor und beachten Sie deren Ratschlag. Ein grundsätzlicher Tipp für Vorleser (Lektoren): Es erleichtert das Zuhören, wenn Sie sich in jedem Satz ein oder zwei Wörter unterstreichen, die Sie dann beim Lesen besonders betonen.
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Aus dem Wasser gezogenLesungen werden verständlicher, wenn sie durch erklärende Sätze eingeleitet oder abgeschlossen werden. Einleitung zum Text
Die Mosesgeschichte neu erzählt Viele tausend Jahre ist es her, da wohnten Menschen in Ägypten, deren Vorfahren aus einem fernen Land hinzugezogen waren. Dies war das Volk der Israeliten. In Ägypten lebten sie friedlich mit den Ägyptern. Jahrhunderte vorher hatte man sie willkommen geheißen und sich über ihre Anwesenheit gefreut. Doch der jetzige König, der Pharao von Ägypten, wusste nichts mehr davon. Misstrauisch blickte er auf die Israeliten. Er sorgte dafür, dass man sie wie Sklaven behandelte und sie die schwersten Arbeiten erledigen mussten. Und schließlich sogar befahl er, dass jeder neugeborene Junge des israelitischen Volkes in den großen Fluss, in den Nil geworfen wird. Verzweifelt waren die Familien, als man ihnen die Kinder wegnahm. Da wurde einem Mädchen ein Brüderchen geboren. Dieses Mädchen hieß Mirjam. Die Mutter, der Vater und Mirjam hatten eine wunderbare Idee, wie sie den kleinen Jungen retten konnten. Aus Schilfrohr flochten sie einen Korb. In diesen Korb legten Sie das Baby und setzen den Korb auf das Wasser des Nils. Wenn jemand dieses Kind findet, dachten sie, wird er es retten. Auf dem Wasser schaukelte der Korb mit dem kleinen Jungen hin und her. Wie jeden Tag kam auch an diesem die Tochter des Pharaos mit ihren Freundinnen hier an den Nil um zu baden. Sie sah den Korb und entdeckte den kleinen, schreienden Jungen. Sie wurde von Mitleid und Liebe zu diesem hilflosen Kind ergriffen. Sie fand auch gleich einen Namen: Moses. In ihrer Sprache bedeutete dieser Name: Der Ausdemwassergezogene. Während die Tochter des Pharaos und ihre Freundinnen sich noch freuten, schwärmten und aufgeregt „Moses!, Moses!“ riefen, kam, wie zufällig, Mirjam daher, die sich in der Nähe verborgen gehalten hatte. „Welch ein schönes Kind, das du gefunden hast, ehrwürdige Tochter des Königs!“, staunte sie. „Du möchtest sicherlich etwas Gutes für diesen Jungen tun. Doch du bist selbst zu jung, um ihn großzuziehen. Ich kenne eine israelitische Frau, die hat selbst kein Kind und würde sich sicherlich gerne um deinen Jungen kümmern.“ Mirjam holte schnell ihre eigene Mutter, die Mutter ihres Brüderchens Moses. „Ich vertraue dir Moses an, „sagte die Tochter des Pharao. Kümmere dich gut um ihn. Auch ich werde dafür sorgen, dass ihm nichts geschieht. Ich fühle für ihn, als ob er mein eigenes Kind sei; ich habe ihn doch aus dem Wasser gezogen.“ Glücklich waren sie, Vater, Mutter, die Schwester und die Tochter des Pharao. Jeder von ihnen hatte sehr viel für das Wohl des kleinen Moses getan, doch am meisten Gott. Er hatte seine Hand schützend über das Kind gehalten, den man nun den „Ausdemwassergezogenen“ nannte. Er begleitete Moses durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens. Er zog ihn immer wieder aus allen Gefahren. Weiter zur Geschichte > Jesus segnet die Kinder
Das Evangelium von der Segnung der KinderDas „Kinderevangelium“, wie es im Evangelium des Markus im 10. Kapitel steht, gehört zu jeder Taufe. Es kann so nacherzählt werden: Jesus zog von Ort zu Ort, um Geschichten zu erzählen, um Menschen zu trösten und auch zu heilen. Wo er sich auch aufhielt, im Nu waren viele Menschen um ihn versammelt. So kamen eines Tages auch einige Mütter und Väter mit ihren Kindern zu ihm. Sie wollten gern, dass Jesus ihre Kinder berührt und ihnen segnend die Hände auflegt. Die Jünger, die Jesus begleiteten, wollten aber nicht, dass ihr Meister, wie sie ihn nannten, gestört würde. Sie ärgerten sich über die Kinder. Schroff schimpften sie mit den Müttern und Vätern und wollten die Kinder fortschicken. Als Jesus dieses sah, wurde er ärgerlich. „Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie doch nicht daran! Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes!“, rief er und fügte ein energisches „Amen“ hinzu. „Und das sage ich euch“, rief er, „Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen!“ Dann wandte er sich den Kindern zu. Er schloss sie in seine Arme, legte die Hände auf ihren Kopf und segnete sie.
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© Dipl.-Päd., Pfarrer Frank Maibaum http://www.frank-maibaum.de Stand: 08.01.2012 |